Nahezu jeder Internetnutzer kennt das Auktionshaus ebay. Hier können, ganz wie bei einer herkömmlichen Versteigerung, Gebote abgegeben werden. Derjenige der am Ender der Auktion das höchste Gebot abgegeben hat, erhält den Zuschlag und hat somit den Auktionsgegenstand ersteigert.

Es gibt aber auch den umgekehrten Wert: Sogenannte Rückwärtsauktionen erfreuen sich großer Beliebtheit. Hier wird das klassische System einer Auktion einfach umgedreht. Das bedeutet das hier nicht das höchste, sondern das niedrigste Gebot gewinnt.
Das mag sich im ersten Moment etwas verwirrend anhören, da ja wahrscheinlich nahezu kein Verkäufer ein Interesse daran haben wird, seine Produkte möglichst günstig zu verkaufen. Deshalb wird bei Rückwärtsauktionen eine Gebühr pro abgegebenes Gebot fällig. Das bedeutet, man kauft sich am Anfang ein bestimmtes Gebotskontingent mit dem man dann die Einzelnen Gebote Platzieren kann. Die Höhe der einzelnen Gebote hat auf die Kosten pro Gebot keine Auswirkung.
Die Preise für die einzelnen Gebote variieren je nach Anbieter. Oft wird beim Kauf eines Gebotspakets Rabatt gewährt, so dass die Kosten pro Gebot günstiger werden.
Die Rückwärtsauktion gewonnen hat derjenige, welcher das niedrigste, nur einmal abgegebene Gebot platziert hat.
Genau hierbei liegt die Schwierigkeit, aber auch der Reiz bei Rückwärtsauktionen. Es macht also in der Regel keinen Sinn einfach mal ein Beliebiges Gebot abzugeben und auf das Glück zu hoffen. Wobei man natürlich auch einen Glückstreffer landen kann. Dennoch lohnt es sich meist die einzelnen Auktionshäuser genau zu beobachten und eine System für die Gebotsabgabe zu entwickeln. Manche Anbieter, wie z.B. mybidy.de bieten neuen Mitgliedern für die Registrierung sogenannte “Freigebote”. Mit diesen gratis Gebote kann man das System zunächst einmal völlig kostenlos testen.
Das einstellen von eigenen Artikeln ist hierbei meistens nicht Möglich. Es handelt sich bei den Angebotenen Produkten in den allermeisten Fällen um Neuware.
Manche Rückwärtsauktionshäuser bieten noch ein weiteres Feature an: Sollten Sie auf einen Artikel zwar geboten haben, konnten diesen aber nicht ersteigern, so werden die Gebotsgebühren auf den Kaufpreis angerechnet.
Das bedeutet, hier wird das Risiko nichts für das Geld zu erhalten wesentlich minimiert, da auch im Falle einer verlorenen Versteigerung das Geld nicht weg ist, sondern auf den Kaufpreis des Produktes angerechnet wird.

Dienstleistungs- und Handwerker Rückwärtsauktionen

Auch für Dienstleistungen, wie z.B. Umzüge oder handwerkliche Tätigkeiten gibt es spezielle Rückwärtsauktionsportale. Ein bekanntes ist Auktionsportal dieser Art ist z.B. myhammer.de
Hier stellt man selbst eine Auftragsbeschreibung ein. Diese sollte möglichst detailiert sein und falls erforderlich auch Bilder enthalten. Außerdem legt man einen Preis fest, den man maximal bereit ist für die Dienstleistung zu bezahlen. Ist die Rückwärtsauktion online, können sich nun die anderen Mitglieder gegenseitig unterbieten und Sie erhalten im Idealfall am Ende eine wesentlich kostengünstigere Dienstleistung, als der eingestellte Preis war.
Dieses Modell erspart u.U. eine langwierige Suche nach dem günstigsten Handwerker, oder dem preiswertesten Transportunternehmen, da nicht mehr Sie auf die Suche gehen müssen, sondern die Dienstleister Angebote auf Ihre Ausschreibung abgeben.
Bei dieser Art der Rückwärtsauktion sind die einzelnen Gebote i.d.R. natürlich nicht kostenpflichtig.